Zeit für deinen Lieblingsmenschen, dein Hobby und dich

So, nun ist es vorbei, das Fest der Liebe. Man könnte es auch das Fest des Stresses, Streits und Geldausgebens nennen. Wenn die Weihnachtszeit kommt, habe ich immer das Gefühl, es entsteht eine Abwärtsspirale, die mich verschlucken möchte, während ich mit aller Kraft dagegen renne. Das Bild vom Hamster im Hamsterrad trifft es auch ganz treffend. Geschenke überlegen und besorgen und passendes Geschenkpapier kaufen (mein Tipp: bloß nicht an Heiligabend versuchen, Weihnachtsgeschenkpapier zu finden, da gibt es in den Drogerieläden nur noch Geschenkpapier mit Happy-Birthday-Aufschrift). Die Menschen sind gestresst, gereizt und ausgepowert.

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Auch wenn es keine Überraschung ist, dass Weihnachten am 24., 25. und 26. Dezember ist, fühlt es sich immer wieder so an. Wahrscheinlich nicht nur für mich sondern für viele andere auch. Sobald der Startschuss für den ersten Advent gefallen ist, strömen die Menschen in die Stadt und suchen und wühlen nach Weihnachtsgeschenken oder wollen auf einem der randvoll überfüllten Weihnachtsmärkte in München in aller Ruhe einen Glühwein trinken – nachdem man völlig genervt endlich an die Reihe gekommen ist, um eine überteuerte Tasse Glühwein zu kaufen. Die Menschenmenge in der Stadt steigt proportional je näher Heiligabend kommt. Wenn der Countdown so langsam abläuft und nur noch wenige Tage übrig sind, sollte man in einer Stadt wie München gar nicht mehr einkaufen gehen. Überall bilden sich ewig lange Schlangen vor der Kasse. Ich hasse das. Wenn ich etwas kaufen wollte, lasse ich es wieder stehen und liegen und verlasse den Laden. Und auch in dem Vorort von München, in dem ich wohne, findet sich das gleiche Bild. Ich habe mir schon mal überlegt, in der Vorweihnachtszeit zu verreisen, in irgendein Land wo kein Weihnachten gefeiert wird.

DSC00889Kurzurlaub mit meinem Lieblingsmenschen

In diesem Jahr habe ich mir aber Zeit für meinen Liebsten und mich genommen und wir haben uns einen kurzen Vorweihnachtsurlaub gegönnt. Zwei Tage, in denen wir verwöhnt wurden. Angefangen vom Essen (es ist schön, wenn man sich nicht um das eigene Frühstück kümmern muss, sondern sich einfach von dem leckeren Buffet bedienen kann) und vom besten Tee, den ich je getrunken habe – ich kann empfehlen: die frische Resi und den schwarzen Peter. Wir wurden massiert, verwöhnt und ließen es uns gut gehen. Und das vor Weihnachten!

Einen Pre-Christmas-Urlaub würde ich dir empfehlen, wenn du vielleicht Sorge hast, an Heiligabend oder an Weihnachten mit der Familie in Streit zu geraten. Nach diesem Urlaub fühlte ich mich viel entspannter, die kleinen Dinge, die mich sonst so stark nerven, waren irrelevant.

Bei diesem Kurzurlaub haben wir auch versucht, bei den Handys den W-LAN aus zu lassen. Dieses ständige Gebimmel oder Aufpoppen von Push-Benachrichtigungen stresst. Ständig guckt man auf dieses doofe Smartphone. Wir haben es versucht, aber ab und zu haben wir doch reingeschaut, und zwar immer dann, wenn wir bei einem Thema nicht sicher waren, ob die Fakten stimmen. Na wir praktisch, dass es ein Handy mit Internet und Google gibt. Es ist schon seltsam, wie haben wir vor dem Smartphone und Google gelebt?

Mein Tipp für eine Beruhigung des Gemüts vor Weihnachten: Vom 21.-23. Dezember wegfahren, sich selbst etwas Gutes gönnen, belohnen für alles, was man bis dahin in diesem Jahr geleistet und geschafft hat, mit dem Liebsten oder mit einer Personen oder Menschen, die einem gut tun. Einfach nur ausspannen und entspannen. Und am besten nicht allzu weit weg fahren und kurze Anreisewege wählen.

Neue Impulse fürs Hobby

Was den Dezember wohl zusätzlich stressig macht, sind die ganzen Weihnachtsfeiern. Man hat eine Weihnachtsfeier in der Firma, in der man arbeitet; vielleicht kann man auch auf die Weihnachtsfeier des Partners gehen. Wenn man in einem Verein und einem Club ist, wird es bestimmt auch eine Weihnachtsfeier geben. Man möchte sich aber auch mit Freunden zum Weihnachtsbrunch oder zum Bummeln über den Weihnachtsmarkt treffen. Und ratzfatz hat man drei bis fünf weitere Termine, die man im Dezember unterbringen muss, für die man Zeit haben muss und auf die man sich freuen muss.

Mein drittes Adventswochenende sah so aus: Weihnachtsfeier meines Mannes am Samstag um 18:00 Uhr. Frühstück am Sonntag um 9:00 Uhr. Ach, das kriege ich schon easy-peasy unter, habe ich mir gedacht. Ich habe am Samstag vor der Weihnachtsfeier Zeit und am Sonntag kann ich doch nach dem Frühstück auch noch ausspannen.

Doch dann entdeckte ich noch einen Fotoworkshop, der genau an diesem Wochenende stattfand und über zwei Tage ging. Ich war hin- und hergerissen. Wollte ich mir das wirklich noch antun? Aber ja, ich wollte. An mir nagte das Gefühl, keine Zeit fürs Fotografieren zu haben und auch nichts Neues zu fotografieren oder mich nicht weiter zu entwickeln. Das wird schon passen, redete ich mir zu und buchte den Workshop.

Und es war toll. Ich war an einem Samstag in München am Münchener Christkindlmarkt und fotografierte das geschäftige Treiben. Hätte ich sonst nie gemacht. Ich meide die Münchner Innenstadt am Samstag wie die Pest. Aber ich war ja nicht zum Einkaufen da und auch nicht zum Glühweintrinken. Ich war zum Fotografieren da und das war wieder was ganz anderes. Am Sonntag nach dem Frühstück fand dann noch die Besprechung der eigenen Fotos und der Fotos der anderen Teilnehmer statt.

DSC00896War das Wochenende stressig? Ja! Hat es sich gelohnt? Für mich auf jeden Fall. Ich habe mal was ganz anderes als Landschaften fotografiert. Ich habe experimentiert und was dazu gelernt. Ich werde mich wahrscheinlich trotzdem nicht jeden Samstag in die Münchner Fußgängerzone stellen, aber es hat mir einen riesen Spaß gemacht. Und ich hatte tolle Menschen um mich herum und konnte eine schöne Zeit mit ihnen verbringen.

Mein Tipp damit dein Hobby nicht zu kurz kommt, egal ob während der Weihnachtszeit oder sonst wann: Denk nicht zu viel darüber nach und mach einfach. Du interessierst dich für einen Workshop? Dann buche ihn. Du wirst dir schon Zeit freischaufeln können. Mit Familie ist das eventuell etwas schwieriger, aber wenn man sich mit seiner Partnerin oder seinem Partner abspricht und ebenfalls Zeit für das Hobby oder die Lieblingsbeschäftigung des anderen einräumt, ist das sicherlich möglich. Du beschäftigst dich mit dir und deinem Hobby. Falls dir das keinen Spaß machen sollte, dann ist es nicht dein richtiges Hobby und es ist an der Zeit, sich was Anderes zu suchen.

Oh Herr, bitte erschaffe ein zweites oder drittes Ich von mir

Ich habe eine To-do-Liste als App auf meinem Handy, in der ich alles notiere, was erledigt werden muss. Manchmal greife ich auch klassisch zu Papier und Stift und streiche dann das Erledigte durch. Oft habe ich an einem einzigen Tag so viele Einträge, dass ich sie nicht alle abarbeiten kann. Ich schiebe sie ein paar Tage nach hinten. An meiner To-do-Liste merke ich immer, dass mein Tag nicht 48 Stunden lang sein muss. Was ich brauche, wäre ein zweites oder drittes Ich, dass genau weiß, was ich denke und fühle und mir dabei hilft, alle Aufgaben abzuarbeiten, genau so, wie ich mir das vorstelle, ohne dass ich große Anweisungen erteilen oder alles erklären muss.

Ich wollte dieses Jahr unbedingt Weihnachtskarten kreieren; dafür brauchte ich aber Photoshopkenntnisse, die ich nicht hatte. So schob ich diese Aufgabe den ganzen Dezember vor mir her und kam erst kurz vor Weihnachten dazu, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Neben der Arbeit, den Weihnachtsfeiern und dem Überlegen von Weihnachtsgeschenken, schreibe ich weiterhin meine Blogbeiträge. Eine Reise fürs nächste Jahr steht an und muss geplant und die Visa müssen noch beantragt werden. Ein neues Programm muss erlernt werden; Möbel müssen entsorgt werden; Geburtstagsfotos müssen bearbeitet werden. Der letzte Monat ist der stressigste im ganzen Jahr. Er fühlt sich an wie ein ständiges „Ich muss, ich muss, ich muss“. Aber leider hat man trotzdem nicht mehr Zeit zur Verfügung, um all dieses Müssen unterzubringen. Das ist das Hamsterrad oder die Abwärtsspirale, in dem sich wohl jeder von uns mehr oder weniger befindet. Der Dezember verstärkt das alles noch.

DSC00893Ganz wichtig für mich ist, mir kleine Pausen einzubauen und das Hamsterrad, das Gefühl des ständigen Müssens, kurz zu verlassen. Ich verbringe unter der Woche ca. 25 Minuten in einer Richtung in der S-Bahn. In dieser Zeit mache ich meistens die Augen zu und schlafe. Hier lade ich meine Batterien wieder auf. Abends nehme ich ab und zu ein Bad und lese. Dabei lasse ich mich von der wohltuenden Wärme beruhigen. Doch um sich mal wirklich von den äußeren Impulsen abzuschotten und sich auf sich selbst zu konzentrieren, nehme ich mir ab und zu die Zeit für kurze Achtsamkeitsübungen. Das hilft mir sehr. Außerdem fördert es wohl neben einem Stressabbau auch die Kreativität.


Soviel zu meinen Gedanken was die Zeit angeht und wie ich mir Zeit für meinen Lieblingsmenschen, für mein Hobby und für mein Wohlbefinden freischaufle. Ich habe Anfang Dezember aus Langeweile und weil ich keine Inspiration für einen Blogbeitrag hatte, einfach meine im Kopf herum kreisenden Gedanken aufgeschrieben. Es ging hauptsächlich darum, wie schnell die Zeit rennt, wie wenig Zeit ich fürs Fotografieren habe, fürs Lesen von Blogs, die mich interessieren, fürs Schreiben und Beantworten von Nachrichten, fürs Telefonieren mit Freunden, fürs Abarbeiten der To-do-Liste, etc. Und dann entdeckte ich, dass es eine Blogparade zu diesem Thema gibt: #Zeitfür – Wie wir uns Zeit schaffen und nehmen für die wichtigen Menschen und Dinge im Leben. Diesen Beitrag reiche ich also zu dieser Blogparade des Blogs fielfalt.de ein.

Die Fotos in diesem Beitrag entstanden übrigens alle im Rahmen des Workshops „Fotoreportage über den Münchner Christkindlmarkt“.


Ich hoffe, du hast Weihnachten gut überstanden und hattest ein schönes Fest mit deinen Lieben. Jetzt geht es in großen Schritten auf 2016 zu.

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