Wenn sich die Wolken endlich lichten

Der August ist schon fast vorbei, der Sommer geht seinem Ende zu und bald ist schon wieder Herbst. Es war über zwei Monate still hier und das ist dir sicherlich aufgefallen. In letzter Zeit schreibe und fotografiere ich weniger (für diesen Blog, muss ich dazu sagen). Meinen wöchentlichen Beitrags-Rhythmus konnte ich schon lange nicht mehr aufrechterhalten. Bei Blogparaden und Fotoprojekten habe ich nicht mehr mitgemacht oder die Frist verpasst.

Es fiel mir auch schwer, diesen Beitrag endlich fertig zu schreiben. Seit dem 27. Juli sitze ich an ihm dran und ich habe ihn bereits einige Male komplett geändert. Nach ein paar Tagen stimmten die Zeilen nicht mehr mit meinem Innenleben überein. Mir kamen Zweifel an diesem Blog und an seinem Sinn und Zweck. Und irgendwann ließ ich auch die Frage zu, die ich mir selbst nicht eingestehen wollte: Mache ich weiter oder nicht?

Wie es zu dieser Entwicklung kam und wie es weitergehen wird, möchte ich in diesem Beitrag erklären.

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Veränderungen passieren nicht über Nacht

Mein Fokus verschob sich von der Fotografie über die letzten Monate hinweg langsam aber stetig hin zu einem anderen Thema. Seit letztem Jahr setze ich mich intensiv mit der passenden Ernährung für meinen Morbus Crohn (das ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung) auseinander. Ich wollte frei von diesen lästigen Bauchschmerzen und Beschwerden sein und mich nicht von Medikamenten abhängig machen lassen, deren Nebenwirkungsliste sich liest, als wollte ich Russisch Roulette spielen und den Zufall entscheiden lassen, welche Komplikationen bei mir eintreten könnten.

So stellte ich im letzten Herbst meine Ernährung komplett um. Seither geht es mir und meinem Bauch richtig gut – so gut habe ich mich seit Jahren nicht mehr gefühlt. Zum Jahreswechsel hin formte sich die Idee in mir, meine Erfahrungen mit dieser Ernährung zu teilen und damit auch anderen Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Zöliakie, Reizdarm oder sonstigen Darmproblemen zu helfen – denn ich habe nur Ärzte getroffen, die mir sagen, die Krankheit habe überhaupt nichts damit zu tun, was ich esse (ja klar 😉 ). Ernährungstipps, außer dem Standardsatz “Schauen Sie selber, was Ihnen gut tut.“, gab es keine. Nach dem Motto, “Schlucken Sie Ihre Tabletten und gut ist’s.“DSC02460-2Nach wochenlangem Planen und Schreiben ging also Anfang April meine neue Blog-Website online. Ich widmete im Frühling diesem neuen Projekt sehr viel Aufmerksamkeit und Zeit und hatte zu Beginn fest vor, beide Blogs parallel laufen zu lassen. Mit der Zeit merkte ich jedoch, dass das schwierig ist, weil die Blogs so unterschiedlich sind und ich mich gerade lieber mit dem anderen Thema beschäftige als zu fotografieren. Und wenn du einen eigenen Blog hast, den du alleine verwaltest, weißt du, wie viel Zeitaufwand dahinter steckt, ihn zu pflegen, die Beiträge zu schreiben und alles andere drum herum zu managen – ganz zu schweigen davon, wenn man das nun für zwei Blogs macht und lauter andere Verpflichtungen auch noch hat.

Mein Sommer 2016

Aber nicht nur der neue Blog nahm sehr viel Zeit in Anspruch. Der Juni, Juli und August waren Monate, in denen ich über Ereignisse, die in dieser Zeit passiert waren, sehr viel nachdenken musste. Ich hatte für das, was innerlich in mir vorging, nicht die passenden Fotos. Ich schrieb zwar immer wieder meine Gedanken auf, aber das war viel zu persönlich, um es zu veröffentlichen. Ein paar halbfertige Fotobeiträge, die ich noch zum Kanada-Urlaub und zu einem Photowalk im Juni vorbereitet hatte, passten nicht mit meinem Innenleben zusammen und daher sind sie noch immer nicht fertig (aber was nicht ist, kann ja noch werden 🙂 ).

DSC02456-BearbeitetIn dieser Zeit habe ich wenig fotografiert. Doch wenn ich mit der Kamera rausgegangen bin, fing ich überwiegend Motive von Wolken ein. Ob mir mein Unterbewusstsein sagen wollte, dass sich bald alles lichten wird?

Bilderfinder

Seit dem Jahreswechsel merke ich, dass es für mich schwieriger ist, für den Fotoblog zu schreiben und zu fotografieren. Mir fehlte eine Richtung. Da ich mir die nur selbst vorgeben kann, dachte ich, mit diversen Fotoprojekten (12 Magische Mottos, 26 Wochen in 2016) wird es leichter. Aber ich merkte, dass das nicht das ist, was ich immer wieder tun möchte. Deswegen habe ich bei Fotoprojekten und Blogparaden in letzter Zeit die Fristen verpasst oder gar nicht erst mitgemacht.DSC02449-2

Doch vor ein paar Wochen habe ich mich mit jemandem unterhalten, der Fotografie studiert, und er hat einen schönen Begriff genannt, den ich davor noch nie gehört habe: Bilderfinder. Dieses Wort gefällt mir, denn ich ziehe am meisten Freude aus der Fotografie, wenn ich über die Bilder stolpere, anstatt sie zu planen. Das Spontane und Unerwartete liegt mir beim Fotografieren einfach mehr. Es gibt im Leben schon genug Bereiche, die vorgeschrieben, fest und unflexibel sind – das möchte ich mir auf dem Blog nicht auch noch selbst aufzwingen. Nichtsdestotrotz bin ich allen Fotobloggern, die sich Projekte und Blogparaden ausdenken, sehr dankbar, denn diese Themen sind eine Anregung und Inspiration.

Ich mache weiter

Ja, ich war am Überlegen, ob ich den Blog aufgebe. Vermutlich war das auch der Grund, warum ich für diesen Beitrag so lange gebraucht habe. Ich wollte mir diese Gedanken nicht eingestehen und ich wusste nicht, wie ich das dir und mir erklären soll. Ich habe ein Art „Zeichen“ gebraucht, wie es weitergehen soll und fragte mich ständig selbst, ob es das nun mit dem Fotografieren war.DSC02541-2-be

Aber mit dem Ausflug zum Walchensee und all den schönen Bildern, die ich dort gefunden habe, hatte ich dann endlich meine Antwort: Das Fotografieren ist etwas, dass mir weiterhin sehr viel Spaß und Freude macht und viel gibt. Und diese Fotos möchte ich dir dann auch gerne zeigen. Dies wird nur nicht so regelmäßig geschehen wie noch vor ein paar Monaten. Die Beiträge werden in Zukunft in einem sehr unregelmäßigen Rhythmus kommen (aber das bist du ja in letzter Zeit schon von mir gewohnt 🙂 ).

Und ich denke, ich brauche mehr solcher Tage wie den am Walchensee, an dem mich nichts ablenkt, wo der Kopf völlig frei ist und sich einfach alles zusammenfügt.

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Falls du dich für das Thema Ernährung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Darmproblemen interessierst, kannst du dich auf meiner neuen Seite umschauen: SCD-Blog.de – Für ein gutes Bauchgefühl. Wenn du jemanden kennst, für den diese Website von Nutzen sein könnte, dann leite ihr oder ihm den Link einfach weiter 🙂 Dankeschön 🙂

Ein Gedanke zu „Wenn sich die Wolken endlich lichten

  1. ohje, das hört sich sehr mühsam an. der beste freund meines freundes hat das auch, er lebt aber nun schon recht lange meistens ganz gut damit, ist allerdings bei der ernährung auch zum teil sehr vorsichtig. ich drücke dir die daumen, dass du den weg gefunden hast, der für dich gut erträglich ist und freue mich auch, dass du das plätzchen hier nicht ganz aufgeben magst, es wäre schade gewesen.

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