Von Tassen und Urlauben

Wenn ich mir Zeit für mich nehme, dann trinke ich vor allem jetzt in der Winterzeit gerne einen Tee und vertiefe ich mich in ein Buch in meinem Schaukelstuhl am Fenster neben der Heizung, auf die ich meine Füße ablege und sie wärmen lasse. Ab und zu schaue ich aus dem Fenster und nehme einen Schluck aus meiner Tasse. Die Tasse, die ich dabei in der Hand halte, ist für mich immer eine besondere. Je nachdem, aus welcher Tasse ich gerade trinke, lande ich für einen kurzen Augenblick in einer anderen Stadt oder einem anderen Land.

Meine Lieblingstassen haben für mich eine wertvolle Bedeutung, denn sie sind aus Orten oder Ländern mitgebracht worden, die ich schon mal besucht und wo ich einen kurzen oder längeren Urlaub verbracht habe. Inspiriert zu diesem Tassenbeitrag hat mich die Blogparade von Thomas von reisen-fotografie.de, der fragte, wie wir uns an unseren Urlaub erinnern und Urlaubserinnerungen konservieren.

Heute zeige ich dir, was meine Lieblingsurlaubskonservierungsmethode ist.header

Ich sammle keine Magnete und kaufe auch keine T-Shirts, Taschen oder sonstige Kleidungsstücke oder Accessoires mit der Aufschrift der Stadt oder des Landes. Bei mir verschwinden Urlaubsfotos tatsächlich auf der Computerfestplatte. Ich setze mich nicht an den Computer, um Urlaubsfotos anzuschauen. Meistens entdecke ich diese Fotos durch Zufall wieder, wenn ich etwas anderes suche.

Wenn ich zusammenrechne, wie viele Alben und Fotobücher ich von meinen Reisen, Urlauben und Ausflügen erstellt habe, dann komme ich auf: 2. Das ist nicht wirklich viel, daher kann ich getrost sagen, dass dieses Urlaubskonservierungsmedium nicht wirklich von mir genutzt wird.

Von meiner Ägyptenreise 2009 – eine Woche Nilkreuzfahrt, eine Woche Badeurlaub – habe ich ein Fotoalbum erstellt. Damals habe ich mir ganz viel Mühe mit der Schrift gegeben, habe Daten und Hinweise aufgeschrieben, alle Eintrittskarten gesammelt und auch übrig gebliebene Münzen eingeklebt. Aber dieses Album habe ich schon seit Langem nicht mehr in die Hand genommen. Was mir an dem Album nicht gefällt, ist der Einband. Ich habe das Album damals in einem Drogeriemarkt gekauft und die Fotos entwickeln lassen.

Ich weiß nicht genau, wann der Boom mit den Fotobüchern anfing, aber der große Vorteil bei einem Fotobuch ist, dass man sein Cover und die Rückseite individuell gestalten kann und nicht mehr kleben muss. Und wenn man eine Sauklaue hat und trotzdem Infos zu den Fotos, den Orten oder Zitate einfügen will, dann sind die zumindest leserlich 🙂

Ich habe mir vorgenommen in Zukunft verstärkt Fotobücher von meinen Reisen und Urlauben zu erstellen – denn ja, Fotobücher nehme ich tatsächlich öfters zur Hand. Aber am häufigsten benutze ich dann doch eine der beiden Tassen aus Ägypten.

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Klar, Reportagen, Filme, Lieder oder Bücher, die von einem Ort handeln, an dem ich schon war, wecken eigene Erinnerungen. Manchmal ist eben auch ein Wort oder ein Getränk. Mit dem Spanienurlaub 2011 werde ich für immer Piña colada in Verbindung bringen. Während der zehn Tage an der Costa Brava haben wir im Hotel jeden Abend Piña colada getrunken. Und immer wenn ich irgendwo Piña colada sehe oder auch den Piña-Colada-Song von Rupert Holmes höre, muss ich an unsere Abende in Spanien denken, an die Spaziergänge, an die schöne Altstadt von Tossa de Mar, an das Meer, an die Sonne, den Sandstrand – all das hervorgerufen nur durch die Worte Piña colada.

Aber als haptisches Souvenir müssen es für mich Tassen sein. Und zwar mindestens zwei. Aus diesen Tassen trinke ich am liebsten, bis es mich wieder wo anders hin verschlägt und neue Tassen dazu kommen.

Nun folgen ein paar weitere Bilder aus meiner Tassenkollektion und eine kurze Beschreibung zum dazugehörigen Urlaub.

Eine Woche Norwegen im August 2013

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Es war Sommer aber der norwegische Sommer war mir zum Baden zu kühl. Wir hatten eine Hütte in der Nähe von Oslo und das Meer war quasi direkt vor unserer Haustür. Norwegen ist schön ruhig und schön teuer. Oslo und die Norweger sind gefühlt sehr tiefenentspannt und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen – wenn du irgendwo anstehst, dann stehst du an und weder dem Verkäufer noch den Leuten in der Schlange macht es was aus, dass es nun mal länger dauert. Vielleicht definieren die Norweger länger dauern auch anders.

Hamburg Weihnachten 2010

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Es war kalt und ich war erkältet. Aber wir sind trotzdem hin. Dadurch, dass Weihnachten war, hatten die Geschäfte zu, die Stadt war wie ausgestorben. Erst am 26.12. kam wieder etwas mehr Leben in die Stadt. Gegenüber von unserem Hotel gab es einen türkischen Teeladen, wo wir an den zwei Abenden immer einen Tee tranken und köstlichen Kadaif aßen. Wir machten eine Bootstour auf der Elbe, aßen in einem köstlichen Fischrestaurant zu Abend.

Prag Oktober 2014

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Das war ein dreitägiger Kurzurlaub. Wir sind definitiv ziemlich oft über die Karlsbrücke gegangen. Und Prag wird mir wohl immer als kulinarisches Highlight in Erinnerung bleiben: Zum einen gibt es dort Trdelnik – das köstlichste Gebäck auf der ganzen Welt 🙂 Zum anderen der ausgefallene Gulasch im Brot, von dem die männliche Begleitung in unserer kleinen Gruppe so angetan war. Prag wird die Stadt sein, wo ich zum ersten Mal beim Lasertag war. Wir sind mit der Tram einmal in die falsche Richtung nach Hause gefahren und haben das erst viel zu spät bemerkt. Es war zwar kalt, aber trocken.

Das war eine kleine Auswahl meiner Tassen-Reise-Urlaubserinnerungs-Kollektion. Ich habe nicht alle fotografiert und auch nicht von jedem Ort Tassen mitgenommen. Wenn mir die Tassen nicht gefallen haben, habe ich auch keine gekauft. Aber ja, Tassen sind meine Lieblingssouvenire und meine beste Urlaubskonservierungsmethode.

Hast du eine außergewöhnliche Art, deinen Urlaub zu konservieren?

9 Gedanken zu „Von Tassen und Urlauben

    • Danke, Paleica. Wie schön, womit man alles einen Ort oder ein Land in Verbindung bringen kann, so wie du mit dem Virgin Strawberry Daiquiri. Den muss ich mal probieren 🙂

  1. Pingback: Blogparade Urlaubserinnerungen mit Fotowettbewerb - Reisen-Fotografie.de

  2. Das ist eine schöne Frage.
    Die Frage nach Urlaubskonservierungsmethoden.
    Ich konserviere meine Urlaube in Bildern und zwar in einem jährlichen Fotobuch für die Familie und im dazugehörigen Familienkalender, der immer das letzte Jahr Revue passieren lässt.
    Wobei der Tassenansatz sehr schön und sehr interessant ist.

    • Danke Jürgen. Fotobücher möchte ich in Zukunft auch verstärkt erstellen. Kalender sind auch eine schöne Methode. Freut mich, wenn dir die Tassenmethode gefällt 🙂

    • Hallo Ralph,
      hätte ich geahnt, dass du mir die Idee klaust, hätte ich sie mir vorher schützen lassen 🙂 freut mich, dass dir das mit den Tassen gefällt.
      Viele Grüße
      Aleksandra

  3. Ich habe vor ein paar Jahren angefangen, meiner Mutter Tassen als Souvenir mitzubringen. Sie freut sich jedes Mal tierisch und unsere Sammlung wird langsam immer größer. Ich finde solche Andenken richtig toll und super, dass du auch so etwas machst 🙂

    • Hallo Julia,
      ja, Tassen eignen sich super als Geschenk aus dem Urlaub für Freunde und Familie. Das mache ich auch so und im Gegenzug bringen mir meine Eltern oder meine Freunde auch Tassen aus deren Urlauben mit. So wächst die Sammlung…
      Liebe Grüße
      Aleksandra

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