Makrokälte

Der Duden sagt, Makro ist ein Präfix und bedeutet „in Bildung mit Substantiven oder Adjektiven groß, größer als normal“. Für mich macht bei der Makrofotografie genau das die Faszination aus: das Kleine wird übertrieben groß dargestellt, hervorgehoben, in den Mittelpunkt gestellt oder auch verfremdet, sodass das, was man sieht, ein Rätsel ist, das man lösen muss.

Im Juni dieses Jahres habe ich das erste Mal mit einem Makroobjektiv fotografiert und war hin und weg von den Ansichten, die mir meine Motive eröffneten. Ich kam sehr nah an meine Objekte heran und diese Nähe erzeugte erst die Magie. Dann kamen aber erst einmal keine weiteren Makromotive dazu, denn ich hatte kein Makroobjektiv. Aber dank einer Leihgabe konnte ich mich die letzte Woche wieder diesem Fotogenre widmen.

Winteranfang_2015-3-4Am Sonntag war astronomischer Winteranfang und auch der Schnee hatte ein kurzes Gastspiel bei uns in München und Umgebung. War der November über bis jetzt sehr mild gewesen, hatte es seit Freitag stark abgekühlt und die Vorhersage für den ersten Schneefall traf dann auch tatsächlich zu.

Nachdem ich am Morgen als Erstes aus dem Fenster schaute, um zu sehen, wie viel Schnee noch da lag, bereitete ich mir ein schnelles Frühstück zu, packte mich warm ein und machte mich auf den Weg, die Kälte einzufangen. Ich wollte mich beeilen, denn wirklich viel Schnee lag da nicht. Überall hörte man schon, wie Schnee und Eis schmelzend dahintropften.

Winteranfang_2015-3-7Ich fotografierte mit einem Tamronobjektiv und konnte mich meinen Objekten auf ca. 15 cm nähern. Nachdem ich zig Fotos von einem Beerenstrauch gemacht hatte, weckten Kletten mein Interesse. Sie hatten sich mit Schneemützen eingedeckt.

Winteranfang_2015-3-10Das Schöne an Makromotiven ist, dass der Hintergrund ohne großes Zutun einfach durch die Nähe am Objekt verschwommen ist, ja fast wie gemalt erscheint, und das Hauptobjekt so in den Mittelpunkt gesetzt wird.

Der Wind machte es mir nicht immer leicht, meine Modelle – freistehende Äste, Kletten, Blätter und Sträuche – zu fokussieren, da sie hin- und hertanzten. Auch für dieses Bild habe ich mehrere Anläufe benötigt.

Winteranfang_2015-3-12Nach einer Stunde spürte ich die Kälte in Zehen, Nase und Wangen. Diese kühlen Temperaturen waren richtig ungemütlich oder ich war sie wohl einfach nicht mehr gewohnt. Der Akku, nur mit 25% geladen, als ich los ging, war leer. Im Winter und in der Kälte geht die Batterie schneller drauf. Aber ich habe tolle Motive eingefangen.

Das war er also, der Tag, an dem der Schnee den Winter zurückgebracht hat und ich meine Faszination für die Makrofotografie wiederentdeckt habe.

10 Gedanken zu „Makrokälte

  1. traumhaft schön! ich liebe diese art der fotografie. perfekte beispiele. du wirst bestimmt noch viel spaß damit haben 🙂 meines liegt irgendwie meist vereinsamt in der lade 🙁

  2. Das sind ja wunderschöne Makrobilder und wahrscheinlich vergisst du die nicht so schnell. Wer beim Fotografieren die Kälte spürt fühlt diese auch beim Betrachten der Bilder.

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