Im Hier und Jetzt

Seit einer Woche bin ich aus dem Urlaub zurück und ich komme nur langsam wieder im schnellen Alltag an. Ich versuche mir noch viel von der Langsamkeit und Gemütlichkeit des Urlaubs zu behalten, sie in den Alltag zu integrieren, diese Entspannung nachzufühlen.

Ich war zehn Tage in Serbien und zehn Tage in Bosnien bei der Verwandtschaft – ohne Laptop und ohne richtigen Internetanschluss. W-Lan gab es nur an bestimmten Stellen in der Stadt, wenn ich spazieren ging oder Besorgungen erledigte. Das heißt nicht, dass ich völlig von der Welt abgeschnitten war, dass ich nicht mitbekam, was passierte. Das heißt nur, dass ich mir viel Ruhe, Langsamkeit und Abschirmung gegönnt habe.

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In diesem Urlaub bin ich nicht von Ort zu Ort, von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, von Erlebnis zu Erlebnis gehetzt. Es war ein Urlaub, um zur Ruhe zu kommen, viel zu schlafen (wer mich kennt, der weiß, dass Schlaf für mich eine notwendige Zeitverschwendung ist, die ich am liebsten abschaffen würde) und mich viel weniger vom Smartphone und den ganzen Nachrichtenfeeds ablenken zu lassen. Sicherlich habe ich auch einige interessante Beiträge verpasst, aber ich weiß, dass diese Beiträge für mich immer abrufbar und greifbar sind, wenn ich das möchte.

Durch diese fehlende Ablenkung und durch die Gemächlichkeit, mit der die Tage vergingen, hatte ich Zeit, meine Gedanken zu sortieren und mich zu regenerieren. Dieser Urlaub stand für mich unter dem Motto im Hier und Jetzt zu leben.

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Das Hier und Jetzt ist etwas, das mir gar nicht leicht fällt. Viel zu oft grüble ich über vergangene Situationen nach oder über Pläne für die Zukunft. Und dann drehe ich mich im Kreis und komme nicht weiter – die Vergangenheit kann ich nicht mehr ändern, die Zukunft kann ich nicht beeinflussen. Ich schenke der Gegenwart oft zu wenig Beachtung. Doch die ist es, die ich gestalten kann, das Hier und Jetzt.

Es ist schön, mal nichts zu tun, nicht ständig auf die Uhr zu schauen, zu vergessen, welcher Wochentag oder welches Datum heute ist, keine großen Pläne zu haben, sondern einfach mal in den Tag hinein zu leben.

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Das war einer der erholsamsten Urlaube seit langem. Ich habe endlich ein großen Entschluss gefasst, den ich lange vor mir hergeschoben habe, weil ich jetzt die Kraft und Motivation dafür hatte, meine Gedanken nicht abgelenkt waren und keine anderen Prioritäten Vorrang hatten. Und ich habe diesen Entschluss gleich bei meiner Rückkehr in die Tat umgesetzt.

Wie geht es dir mit dem Hier und Jetzt? Fällt es dir leicht, bewusst in der Gegenwart zu verweilen oder driftest du auch öfters in die Vergangenheit oder Zukunft ab?

6 Gedanken zu „Im Hier und Jetzt

  1. ein sehr, sehr schöner beitrag und ich freu mich für dich, dass du so einen tollen urlaub hattest!
    mir geht es übrigens ähnlich, ich finde es unglaublich schwer, die gegenwart zu leben. entweder belastet mich die vergangenheit oder ich sorge mich um die zukunft oder es beeinflusst sich sonst kreuz und quer.

  2. Hey, willkommen zurück, schön von Dir zu lesen!! Und schön zu hören das Du Dich erholen konntest. Ein guter Plan den man viel zu selten wahrnimmt… Ruhe ist etwas ganz wichtiges und ich merke das ich davon gerade deutlich zu wenig hab. Schön das es Dir da besser geht 😉 Freu mich ab jetzt auf jeden Fall wieder auf Montag 10:00 😉
    lg Markus

    • Hallo Markus,
      so intensiv und so gut habe ich Ruhe und Abschalten bisher noch nie wahrgenommen und gelebt. Es hat richtig gut getan. Wenn du es dir einrichten kannst, solltest du unbedingt auch eine kurze Auszeit nehmen.
      Liebe Grüße
      Aleksandra

  3. Hallo Aleksandra,

    herzlich willkommen zurück auf der Erde. Mich freut es immer, wenn jemand das Offline-Sein als Geschenk erfährt. Denn meist passiert dabei etwas besonderes – wie auch bei dir. Man findet tief in sich Dinge, die einfach mal ein bisserl schüchtern sind und sich in Alltags- und „schnellen-Impuls“-Zeiten nicht heraus trauen. Und manchmal passiert so viel – wie bei dir – und man macht sich etwas bewusst und wird aktiv.
    Vielen Dank für die Gedanken, die du mitgebracht hast. Ich genieße es übrigens auch in die Zukunft zu reisen oder aus der Vergangenheit Energie zu erhalten. Im Hier und Jetzt bin ich leider viel zu oft fremdbestimmt und nur ganz selten kann ich dann auch wirklich das tun, was ich auch tun möchte.
    Außer im Urlaub, da bin ich offline, nicht erreichbar, fokussiert auf den Moment, zeitlich unbegrenzt, entspannt und woanders.
    Und davon zehre ich am längsten.
    Ich wünsche dir ein schönes wieder ankommen.
    Viele Grüße Jürgen

    • Hallo Jürgen,
      es fühlt(e) sich tatsächlich an, als müsste ich mich wieder auf der Erde akklimatisieren 🙂 Wie du schon schreibst, dieses Offline-Sein war ein richtiges Geschenk und ich versuche noch immer – auch drei Wochen danach – davon zu zehren.
      Viele Grüße
      Aleksandra

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