Ich akzeptiere es – Angekommen im Herbst

Der Übergang vom Sommer in den Herbst fällt mir immer besonders schwer. Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ich meine, dass es gefühlt sehr lange dauert, bis ich akzeptieren kann, dass der Sommer tatsächlich vorbei ist. Mein Herz, meine Haut, meine Füße, meine Hände, meine Nase – alles will an der warmen Jahreszeit festhalten, will nicht loslassen, will sich nicht warm einpacken müssen.

Wenn die ersten Tage mit Temperaturen um 10°C und weniger kommen, man die Heizung aufdreht und die Handschuhe rauskramt und jeder Morgen grau und neblig ist, dann vermisse ich die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut schmerzlich. Ich denke an meine roten Lieblingssandalen, die lauwarmen Abende und Nächte, die Tage, als die Sonne erst um 21:30 Uhr unterging. Es ist nicht wie ein kalter, verregneter Frühling, bei dem man sich auf den warmen Sommer freut. Nach diesen ersten kalten Tagen und Nächten wird es wochenlang noch kälter und feuchter und trüber und nebliger und dunkler sein und bleiben.

Die Anzeichen sind überall: Leere Felder und Laub, wohin man auch sieht. Rehe springen schutzlos umher, wohl etwas verdutzt, wo denn das meterhohe Maisfeld geblieben ist, in dem man sich so gut verstecken konnten.

ReheSobald der Oktober da ist, wird mir bewusst, wie schnell das Jahr eigentlich schon wieder vorbei gegangen ist. Wo ist nur all die Zeit geblieben? Habe ich in diesem Jahr meine Pläne verwirklichen können? Meine Ziele erreicht? Hat sich was Neues aufgetan? Ich fühle mich in einer Herbstmüdigkeit gefangen, habe wenig Antrieb und mache alles nur noch automatisch. Gedankenversunken gehe ich durch die Straßen meiner Stadt und mein Blick ist unfokussiert.

DSC00136

In letzter Zeit klappt es aber besser, ins Hier und Jetzt zurückzukommen, meine Umgebung klar wahrzunehmen, auf Details zu achten. Und so fällt mir nun auch die Schönheit des Herbstes und des aktuellen Monats auf, der nicht zu Unrecht goldener Oktober genannt wird.

Herbstgänseblümchen

Für mich ist das beste Heilmittel gegen diesen Herbstblues die Sonne. Wenn sie scheint, gehe ich raus und lade meine Akkus auf. Die Sonne macht einem so einiges leichter, auch das Akzeptieren des Herbestes. Sie zeigt mir auf, wie schön er doch sein kann, wenn er sich von seiner golden, kastanienbraun-roten Seite zeigt. Und so lasse ich mich von ihm mitnehmen und davontragen.

DSC00134

Ich sage auf Wiedersehen Sommer und heiße den Herbst willkommen. Wie geht es dir mit der Umstellung? Bist du schon im Herbst angekommen?

Und hier noch ein Lied, das mich in den letzten Tagen sehr oft begleitet hat und das ich zu meiner Stimmung passend finde.


7 Gedanken zu „Ich akzeptiere es – Angekommen im Herbst

  1. Geht mit ganz genau so.
    Aktuell denke ich die ganze Zeit „es wird noch schlimmer“
    Die Tage werden noch kürzer, die Temperaturen noch niedriger. Igitt. Aber ist halt so.

    Und stimmt, im Oktober denke ich auch schon, dass das Jahr schon wieder rum ist. Dabei haben wir noch ein Bisschen 🙂

    Liebe Grüße,
    Marc

  2. also ich persönlich bin ja ein totaler herbstliebhaber. es ist meine mit abstand liebste jahreszeit und ich freu mich das ganze jahr auf die monate september und oktober. die hitze im sommer mag ich nicht, aber ich gebe zu, dass das düstere des winters für mich schon auch belastend ist. trotzdem genieße ich diese tages des letzten sich-aufbäumen des lebens in diesem jahr und die ruhe, die die dunkleren tage mit sich bringen…
    sehr schöne bilder übrigens!

    • Danke, Paleica. Dann wünsche ich dir in Wien noch viele schöne Herbsttage in diesem, damit du sie richtig genießen kannst.
      Liebe Grüße
      Aleksandra

  3. Oh, tolle Herbstfarben. Mag ich sehr. Und schön mal wieder was in Farbe von Dir zu sehen 😉 Birdy mag ich auch ganz gern, allerdings ist nach einem Album dann auch mal gut 😉

    • Hallo Markus,
      der Herbst muss einfach in Farbe sein. Und ich freue mich auch, dass es wieder bunter zugeht auf meinem Blog, wobei ich das Schwarz-Weiß echt liebgewonnen habe 🙂
      Liebe Grüße
      Aleksandra

  4. 🙂 Eigentlich ist es mir eher Latz, was da gerade für eine Jahreszeit ihr Unwesen treibt. Ich bin eher der kalte Typ. Sommerhitze macht meinen Kopf schwerfällig, meine Ideen zähflüssig und ich selbst erlahme stetig und immer mehr… bis… ja bis… dann plötzlich die Tage kürzer werden, die Luft endlich klarer und mein Kopf genauso. Vorbei das zähe Vorwärtskommen, endlich geht es wieder aufwärts. 🙂 Jo… so geht mir das. Und ja… ich liebe den Herbst mit all seinen Farben, seinen Tagen mit Regen. Noch nicht ganz so streng wie sein Kumpel der Winter. Und selbst dem gewinne ich noch etwas ab. Nach einem Schneeshooting ab nach Hause und dann TEEEEE…. in Mengen… und gleich ran an die Bilder, die man geschossen hat. Und wenn es dann noch richtig schneit… ja dann macht es mir erst recht und doppelt Spaß die eigentlich ungeliebte Art der Bildbearbeitung auszuführen. Und dann freue ich mich auf den Frühling. Immer noch klar und frisch. Mit einer immer stärker werdenden Energie… die mich langsam wieder öfter nach draußen treibt. Bis… ja bis die glühende Hitze des Sommers all meine Energien wieder zum Erliegen bringt und mich nur noch das Eis meines Lieblingsitalieners am Leben erhält… 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.