Folge dem Stern…

Die Tage im Winter sind kurz. Um 16:21 Uhr geht die Sonne hier in München unter. Um den langen Nächten zu trotzen, wird mit viel Licht dekoriert – sowohl drinnen als auch draußen. Licht in Form von Teelichtern, Lämpchen und Sternen.

Ich wollte am Wochenende das Licht einfangen und besuchte Weihnachtsmärkte. Ich machte Motive von Weihnachtsdeko, Feuerstellen, Lämpchen und beleuchteten Wänden. Aber auf dem Fürstenfelder Adventsmarkt entdeckte ich eine besonders schöne schwarze Wand aus Lämpchen und aufgehängten Sternen. Darüber stand:

„Folge dem Stern…“

Sterne-Hadzic-fotografya.de

Der Stern ist ein sehr weihnachtliches Symbol, denn dem Stern von Bethlehem folgten die drei Weisen aus dem Morgenland und fanden so das Jesuskind. Was kommt dir in den Sinn bei diesem Satz? Ich möchte dich gerne einladen, mir deine persönlichen Gedanken zu schicken – entweder per E-Mail oder gerne auch in die Kommentare.

Meine ganz persönlichen Assoziationen zu diesem Satz – die hier niemanden beeinflussen sollen – sind sehr stark mit den aktuellen Geschehnissen in Europa verbunden und auch damit, dass ich ab und zu bei den ZOB Angels bin und so mit Menschen in Berührung komme, die einem Stern folgen.

„Folge dem Stern…“ denken sich im Moment viele. Sie kommen wie die drei Weisen überwiegend aus dem Morgenland, aber auch aus Ländern viel weiter östlich oder aus Afrika. Und sie wissen genau, wie ihr Stern heißt: Europa, meistens Deutschland. Sie überwinden Hindernisse, um ihrem Stern zu folgen.

Diejenigen, die ich am ZOB (kurz für Zentralomnibusbahnhof) getroffen habe, sind noch nicht angekommen. Der ZOB München ist auf ihrer Reise nur ein kurze Raststätte, ein kurzes Durchatmen, bevor es weitergeht. Aber sie folgen unbeirrt ihrem Stern, obwohl sie nicht wissen, was sie am Ende ihrer Reise angelangt, unter dem Stern, wirklich vorfinden werden.

Diese Menschen, die wir am ZOB München als Gäste bezeichnen und nicht als Flüchtlinge, wollen einfach nur endlich ankommen. Und das wünsche ich ihnen von ganzem Herzen: ankommen, zur Ruhe kommen, ein neues Leben anfangen.


Ich möchte in diesem Zusammenhang auch auf das sehr lesenswerte E-Book „Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge“ aufmerksam machen, dass seit dem 2. Dezember erhältlich ist. Mein Beitrag vom 7. September ist auch enthalten. Die Einnahmen werden gespendet. Hier findest du weitere Infos zu dem Buch und wohin die Spenden gehen.


Folge dem Stern… Welchem Stern folgst du im Moment?

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