Selfies

Die Kunst sich selbst zu fotografieren.

Ich fotografiere am liebsten die Natur. Das leichte dabei ist, dass Pilze, Insekten, Bäume, Blumen etc. sich nicht beschweren. Sie halten – mehr oder weniger – still und lassen mich tun.

Bei Personen ist das wieder anders. Manche wollen nicht gerne fotografiert werden, schauen weg oder verdecken ihr Gesicht. Ich persönlich bin auch lieber hinter der Kamera als davor.

Nun aber brauchte ich ein Foto von mir für meine Website. Ein Foto das mich zeigt, das meinen Stil zeigt, was ich bin, was ich will… Mein aktuelles Projekt ist also das Selfie.

Selfie bedeutet Selbstporträt, das meist spontan mit einer Digitalkamera, einem Handy oder einem Tablet aufgenommen wird und sich selbst oder mehrere Personen zeigt.

Meine ersten Gedanken drehten sich um die Bildgeschichte. Aber bevor ich die Idee, die ich im Kopf hatte, umsetzen konnte, musste ich mir Gedanken über folgende Fragen machen:

  • Welches Equipment brauche ich?
  • Wie soll ich auf mich selbst fokussieren: mit dem Autofokus oder dem manuellen Fokus?
  • Welche Lichtquellen habe ich in der Wohnung?

Ich habe ein Stativ und einen Funkauslöser, was den Vorteil hat, dass ich nicht immer zur Kamera laufen, den Timer einstellen, auf den Auslöser drücken, zurücklaufen und mich schnell positionieren muss.

Als nächstes musste ich mich entscheiden: Autofokus oder manueller Fokus.

Ich versuchte beide Varianten und kam zu unterschiedlichen Ergebnissen. Mehr dazu weiter unten.

Ich fragte mich auch, ob ich eine geeignete Lichtquelle für die Aufnahmen in der Wohnung habe. Mir kam sofort die Wohnzimmerlampe in den Sinn. Mein Wohnzimmer ist im Dachgeschoss und hat eine hohe Decke, sodass die große, runde Lampe ziemlich weit oben hängt und das Licht schön streut. Ähnlich wie bei einem bewölkten Tag fallen dadurch keine harten Schatten auf das Objekt.

Das Aufwärmen – meine ersten Fotos von mir selbst

Als ich mit dem Projekt Selfie für meine Website anfing, hatte ich als aller erstes diese Vision vor Augen: Ich liegend auf dem Boden mit verschiedenen Objektiven im Haar verteilt. Ich positionierte die Kamera auf dem Stativ über mich, legte mich hin und machte meine erste Testserie.

Es war – nicht so wie erwartet. Das Foto poste ich hier nicht, dazu bin ich dann doch zu eitel. Durch den Winkel der Kamera konnte man sehr gut in meine Nase reinschauen, wäre ein gutes Foto für eine Fernanalyse durch einen HNO-Arzt. Und warum wirkte mein Hals so – breit?

Nach diesem ersten Durchgang entschied ich mich, erst mal stehend weiter zu machen. Es sollte ein High Key Foto werden. Ich hatte eine weiße Bluse angezogen, stellte mich vor die weiße Wand und legte los. Ich fokussierte manuell, da ich mich nicht viel bewegte.

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Fokus: manuell

Ein paar Tage später versuchte ich eine Serie am Tag. Meine Lichtquelle war dieses Mal das Dachfenster. Nachdem ich mir Gedanken gemacht hatte, warum die Fotos im Liegen nichts geworden sind, wollte ich es noch einmal probieren. Diesmal mit einem Kissen. Ich entschied mich für den Autofokus, da ich eventuell das Stativ anpassen würde und nicht jedes Mal neu fokussieren wollte. Dann krabbelte ich unters Stativ, rückte das Kissen zurecht und zupfte an den Haaren herum. Mit einem kleinen Taschenspiegel kontrollierte ich, ob die Haare so lagen, wie ich sie haben wollte. Ich merkte, dass die Idee mit den Objektiven im Haar ohne einen Assistenten nicht so einfach umzusetzen war.

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Fokus: Automatisch

Die Bildgeschichte umsetzen

Da das mit den Objektiven im Haar im Moment für mich nicht umsetzbar war, suchte ich nach einer neuen Bildgeschichte. Beim Fahrradfahren kam mir ein weiterer Einfall. Mein Blick fiel auf ein weites, karges Feld. Kann ich ein weites Feld in mein Porträt einbinden? Ich überlegte, welche Worte mir noch in den Sinn kamen, wenn ich an Fotografie dachte. Fotos und Bilderrahmen.

Ich hatte einen großen, roten Bilderrahmen, den wollte ich mit Fotos, die ich in den letzten Monaten aufgenommen hatte, füllen. Ich wählte meine Lieblingsbilder aus, bestellte Abzüge und versuchte sie in dem Bilderrahmen schön anzuordnen. Aber das gefiel mir nicht. Da war zu viel Unruhe drin und die Bilder passten kombiniert nicht zusammen. Da es an dem Tag sonnig, hell und schneebedeckt war, entwickelte sich aus der Idee mit dem weiten, kargen Feld und einem roten Bilderrahmen voller Fotos dieses Ergebnis:

Fokus: Manuell

Da ich jetzt so richtig aufgewärmt war, machte ich an dem Tag noch zwei Serien:

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Danach klebte ich die Bilder mit Tesafilm auf die Wand und stellte mich daneben. Hier versuchte ich mich mit dem Autofokus einzufangen und merkte, dass das nicht immer klappte, da die Kamera auf die Bilder scharf stellte.

Fokus: Automatisch

Mein Projekt „Selfies“ ist noch nicht abgeschlossen und ich habe da noch einige Ideen, die ich umsetzen möchte. Ich habe gemerkt, dass man der Vision vom Bild genug Freiraum für Planänderungen lassen muss. Oft ist das, was wir uns vorstellen, gar nicht (so leicht) umzusetzen. Aber es findet sich dann eben ein anderer Weg und somit ein besseres Fotomotiv.

3 Gedanken zu „Selfies

  1. Pingback: Ich stand mit Rolf Zuckowski auf der Bühne | Aleksandras Fotoblog

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