Tagesformen II

Heute kommt Teil II meiner Tagesformen. Ich hatte letzte Woche an 7 von 7 Tagen die Kamera in der Hand – das ist für mich schon eine Leistung. Auch wenn ich dabei nicht jeden Tag meine Motive für dieses Projekt fotografiert habe, sondern schon auf Foto- und Ideensuche für das neue Magische Motto von Paleica war.

Die Lichtbedingungen letzte Woche waren nicht sehr spannend. Es war meistens bewölkt. An zwei Tagen hatten wir sehr schönes Wetter. Ansonsten war es windig.

Anders als mit der Glaskugel daheim war ich diesmal ohne Stativ unterwegs und die meisten Fotos entstanden am Nachmittag auf meinem Weg in die Arbeit und am Abend auf meinem Weg nach Hause. Wenn man jeden Tag nur zu bestimmten Uhrzeiten fotografiert, fängt man nicht so viele unterschiedliche Lichtstimmungen wie bei der Glaskugel ein, sondern tatsächlich Tagesformen. Bei manchen Objekten und Motiven erkennt man, wie wandlungsfähig sie sind – bei manchen passierte die ganze Woche nicht viel.München-Marienplatz

Bei meiner Fotocollage am Marienplatz stand ich an einem Geschäft gelehnt und habe das Treiben in der Fußgängerzone beobachtet. Bei den oberen drei Fotos schaue ich Richtung Marienplatz, bei den unteren drei genau in die entgegengesetzte Richtung. Ich fand am Abend besonders die Lichter schön und die wollte ich durch die Unschärfe hervorheben.

Wie in Teil I geschildert eignet sich dieses Projekt sehr gut für eine Langzeitstudie. Das habe ich letzte Woche auch gemerkt. Blumen oder belebte Plätze sind dafür prädestiniert. Wenn man von diesen Motiven jeden Tag oder über einen längeren Zeitraum zu unterschiedlichen Tageszeiten ein Foto macht, kann man spannende Entwicklungen verfolgen und besondere Szenen einfangen.

Krokusse-und-SchneeglöckchenEs gibt Objekte, die sich überhaupt nicht dafür eignen. Das sind Motive, die sich kaum verändern, so wie zum Beispiel diese Zigarettenschachtel oder ein verlorener Cardigan. Das spannendste war, das an einem Tag eine dünne Schneeschicht die Motive leicht verdeckte 🙂

StrickjackeAufgrund des Windes letzte Woche nahm ich an, dass sich diese zwei Motive stärker verändern würden oder ich sie nicht mehr am selben Platz vorfinden würde. Bei der Zigarettenschachtel und dem Cardigan ist dies überhaupt nicht eingetreten.

ZigarettenschachtelHöchstens bei der Anordnung der Zapfen hat sich ein bisschen was getan.

ZapfenimpressionenFazit

Tagesformen ist ein großartiges Projekt. Du wirst bewusster mit deiner Umgebung umgehen, Veränderungen wahrnehmen und der Natur beim Wachsen zusehen können. Der Frühling steht schon wieder vor der Tür, auch wenn er dieses Jahr sehr früh dran ist.

Dieses Projekt bringt einen auch dazu, öfters die Kamera in die Hand zu nehmen. Speziell wenn du dich gerade in einem Fotografietief befindest und schon lange nicht mehr fotografiert hast, wird dich diese Aufgabe wieder in Schwung bringen. Wenn du aus dem Fenster schaust und ein spezielles Licht siehst, wird es dich automatisch motivieren, schnell die Kamera zu packen.

Man muss nicht immer wie wild auf Motivsuche gehen oder außergewöhnliche Plätze aufsuchen. Es reicht schon aus, sich ein paar Motive in unmittelbarer Nähe herauszupicken und diese zu beobachten. Oder eine Straße immer wieder zu fotografieren. In der Interaktion mit Menschen fängst du die außergewöhnlichsten Motive ein.

2016 in 26 Wochen

2 Gedanken zu „Tagesformen II

  1. Eine tolle Bildidee bzw. Projektidee die Du richtig kreativ umgesetzt hast. Vor allem die erste Collage mit den Menschen hats mir angetan. War sicher nicht einfach und hat bestimmt auch ein bisschen Überwindung gekostet, oder? Auf jeden Fall eine tolle Arbeit von Dir, kannst stolz sein 😉
    lg Markus

    • Danke, Markus 🙂 Ja, ich fotografiere (fremde) Menschen nicht so gerne und es kostet mich tatsächlich Überwindung. Aber ich verlasse gerne mal meine Komfortzone 🙂
      LG Aleksandra

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