Naturminimalismus

Paleicas Magisches Motto für den August lautet Magischer Minimalismus. Und während ich im Juni und Juli nicht mitgemacht habe (warum erkläre ich im nächsten Beitrag), so fühlte ich mich bei diesem Motto gleich angesprochen und meine Gedanken sprangen sofort an: Was genau ist Minimalismus in der Fotografie? Welche Motive eignen sich?

Als erstes kamen mir sehr objektbezogene Bilder in den Sinn – Türklinken, Laternen, Mauern, Strukturen, Architektur. Genau solche Fotos wie in diesem Beitrag auf Lomography.

Bei einem Ausflug nach Landsberg am Lech am 21.08.2016 nahm ich die Kamera mit und suchte nach minimalistischen Motiven. Aber in der Stadt fällt mir das Motivefinden einfach sehr schwer, denn ich habe kein Auge für die Stadt. Ich machte ein paar Aufnahmen von Landsberg mit dem Handy – Minimalismus war da aber nicht dabei.

Da ich nichts „gefunden“ hatte, feuerte das nur meine Zweifel (auf die ich im nächsten Beitrag näher eingehen werde) noch mehr an. Aber ich kann schon mal eins vorweg nehmen: Mit dem letzten Sonntag und unserem Ausflug zum Walchensee konnte ich mir endlich selbst eine Frage beantworten, die mich in letzter Zeit beschäftigt hat. Und ich habe doch noch Motive zum Thema gefunden – du kannst es dir ja bereits denken – und zwar in der Natur.DSC02725

Der Walchensee ist für mich ein magischer Ort. Deswegen hat es uns im August auch zwei Mal dorthin gezogen. Und wie ich schon bei unserem ersten Ausflaug vor zwei Wochen feststellen musste, konnten wir auch dieses Mal kein mobiles Internet empfangen. Das ist einfach nur wunderbar, denn so bin ich nicht abgelenkt durch Facebook & Co. Da ist nur die Natur, das Wasser und die Sonne. Wir hatten ein tolles Plätzchen nur für uns alleine. Ruhe und Zeit zum Lesen, Baden, Sonnen und den Wellen zuhören.

Meine Gedanken kamen und gingen und ich überlegte, aus welchen Fotos ich den Kalender, den ich meinen Schwiegereltern jedes Jahr schenke, zusammenstellen wollte. Einen Wasser- und Seekalender gab es schon letztes Jahr – aber in Ermangelung besserer Ideen machte ich wieder ein paar Fotos vom See. Doch dann fielen mir die Wildblumen und das taunasse Gras um mich herum auf. DSC02673Die ersten Fotos schoss ich gegen 11 Uhr. Später, als durch die Wärme der Tau verdampft war, nahm ich selbst etwas Wasser und beträufelte die Blumen damit. Alle Motive fand ich an dem kleinen Plätzchen, wo wir den Tag verbrachten. Ich musste mich gar nicht viel bewegen oder weit gehen.

Sehr oft hetzen wir von Ort zu Ort und bemerken nicht, wie viel Schöhnheit im direkten Radius um uns herum ist – das gilt auch für die Suche nach Fotomotiven. Einfach mal stehenbleiben und die 5x5m um einen herum erkunden. Es gibt so viel zu entdecken.

Und ich erinnerte mich an Stefanies Tipp vom Photowalk für Frauen letztes Jahr: Einfach mal mitten rein setzen. So entstand auch dieses Foto.

DSC02715Viele Details sind mir erst durch die Makrofotos aufgefallen. Und durch das Makro verschwimmt der Hintergrund sehr schön, sodass die Blume von ganz alleine in den Vordergrund rückt, abgelöst von der restlichen Pflanze und ihrer Umgebung. Naturminimalismus eben.

DSC02727Diese Bilder haben mir neuen Antrieb gegeben. Ich habe hier über zwei Monate nichts mehr veröffentlicht und haderte sehr mit der Zukunft dieses Blogs. Der letzte Sonntag war ausschlaggebend und wegweisend in der Frage, wie es weitergehen soll – was ich damit meine, erfährst und in einem weiteren Beitrag gleich morgen.

9 Gedanken zu „Naturminimalismus

  1. Ja, manchmal gibt es schwierige Zeiten im Leben, ich durchlaufe derzeit auch eine solche. Aber wenn ich mich aufraffen kann, Fotos zu machen, dann hat der Tag meist schon gute Vorzeichen.

    Deine Bilder sind wunderschön und es wäre schade, wenn du in Zukunft deinen LeserInnen diese Kunstwerke vorenthalten würdest. Ich wünsche Dir viel Kraft für das Leben und vielleicht auch für das Bloggen. LG Marion

    • Liebe Marion,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine guten Wünsche. Ich wünsche dir ebenfalls Kraft und Geduld für deine Situation. Wie sagte Oscar Wilde so schön: „Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“
      Liebe Grüße
      Aleksandra

  2. vor allem bin ich jetzt mal gespannt auf den neuen beitrag. aber diesen finde ich sehr schön. ich freue mich, dass du wieder motiviert warst und dich so toll mit dem thema auseinandergesetzt hast!

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