Warum du unbedingt an einem Photowalk teilnehmen solltest

Bestimmt hast du schon mal das Wort Photowalk gehört und überlegt, ob das was für dich wäre. Ein Spaziergang, bei dem du dich mit einer oder mehreren Personen verabredest und dabei Motive zu einem vorher festgelegten Thema fotografierst. Ist das dein Ding oder bist du eher der Einzelgänger, der alleine besser zurechtkommt?

Ich habe am 14.06.2015 an meinem ersten Fotospaziergang teilgenommen. Treffpunkt war der Riemer Friedhof und der Walk stand unter dem Motto „Blümchen fotografieren“. Dieser Walk hat mir sehr viel Spaß gemacht und falls du noch am hin und her Überlegen bist, ob das was für dich wäre, möchte ich dir anhand meiner Erfahrungen zeigen, warum du unbedingt bei so einer Veranstaltung mitmachen solltest.

Die Wildblumenwiese beim Riemer Friedhof

Die Wildblumenwiese beim Riemer Friedhof

Photowalk für Frauen

Wir trafen uns beim Riemer Friedhof, denn dort hatte unsere Photowalk-Leiterin Stefanie Szillat eine ganz besondere Wildblumenwiese entdeckt, die zum Glück noch nicht abgemäht worden war. Das Spezielle an Stefanies Photowalk ist: Sie nimmt nur Frauen mit. Sorry, liebe Männer 🙂 Aber, liebe Männer, bitte an dieser Stelle nicht aufhören weiterzulesen, denn auch ihr könnt sicher was aus diesem Beitrag für euch mitnehmen.

Stefanie hat den Photowalk für Frauen vor ungefähr zwei Jahren ins Leben gerufen und inzwischen in Herz & Blende umbenannt – eine Gruppenexkursion nur für Frauen. Mich hat natürlich interessiert, warum sie ausschließlich Frauen fotografiert und wie ihr dieses Konzept mit dem Photowalk für Frauen eingefallen ist. Ich konnte im Internet nichts Vergleichbares finden. Hier ihre Antwort:

„Den Photowalk für Frauen gibt es jetzt seit circa zwei Jahren. Darauf gekommen bin ich, weil ich nicht mehr alleine und vor allem nicht mehr in männlicher Begleitung zum Fotografieren losziehen wollte. Ich biete meine Exkursionen nur für Frauen an, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Frauen diesen geschützten Raum und Rahmen sehr zu schätzen wissen. Ich fotografiere fast ausschließlich Frauen, weil ich selber eine bin und so die Ängste und Befürchtungen, die mit Fotos machen lassen zusammenhängen, am besten nachvollziehen kann. Einen Blogbeitrag dazu findest du hier: Warum ich Frauen fotografiere

DSC09075

Tipps zum Fotografieren von Blumen und Blumenwiesen

Bevor wir loslegten unsere Wildblumenwiese zu fotografieren, gab uns Stefanie wertvolle Tipps mit auf den Weg, die ich jetzt an dich weiterreichen möchte, egal ob Mann oder Frau:

  • Fotografiere Gräser und Halme oder lange Blumen im Längsformat; vielleicht klingt das logisch und wenig überraschend, da ich aber dazu tendiere, im Querformat zu fotografieren, habe ich bei diesem Photowalk bewusster darauf geachtet, zwischen den Formaten zu wechseln.
  • Willst du mehrere Wildblumen oder die Wiese als Ganzes zeigen, dann fotografiere im Querformat. Willst du eine Wildblume besonders hervorheben, dann wähle wieder das Längsformat.
  • Suche nach der Zahl 3 – diese Zahl hat sehr viel Symbolkraft.
  • Objektive für die (Wild)Blumenfotografie: Stefanie empfiehlt eine Festbrennweite von 50mm oder ein Teleobjektiv. So kannst du den Bildausschnitt besser kontrollieren und einzelne Blumen herausstellen. Ein Weitwinkelobjektiv eignet sich für die ganze Wiese. Und wenn du ein Makroobjektiv besitzt, dann erkunde die Blumen oder die Wiese damit. Du konzentrierst dich dann auf die Details der Blumen und entdeckst bei genauerem Hinsehen wunderschöne Formen, Muster, Strukturen.
  • Am besten mit der größtmöglichen Offenblende fotografieren, die dein Objektiv hergibt.
  • Willst du die Wiese im Detail zeigen, dann blende lieber etwas ab, sonst werden manche Bereiche unscharf.
  • Versuche auch Insekten und andere Tierchen, die sich in solchen Blumenfeldern herumtreiben, auf ein Foto zu kriegen. Manche sind geduldiger, wie zum Beispiel Grashüpfer, andere sind schwer einzufangen, wie zum Beispiel Hummeln, Bienen und andere Fliegen.

So habe ich Stefanies Tipps umgesetzt und hier siehst du auch die anderen Teilnehmerinnen in Action. Alle Bilder wurden mit einer 50mm Festbrennweite aufgenommen.

Ein Tipp, auf den ich wahrscheinlich nicht von selbst gekommen wäre:
Setz dich doch mal mitten in so ein Wildblumenfeld rein. Klick um zu Tweeten

Und das kommt dabei raus, wenn man sich mitten rein setzt

Und das kommt dabei raus, wenn man sich mitten rein setzt

Mein Fazit zu Stefanies Photowalk…

… fällt durch und durch positiv aus. Stefanie ist mit ganz viel Herz und Seele dabei und strahlt eine Wärme aus, bei der du dich sofort wohl fühlst. Es ist egal, mit welcher Kamera du kommst (Handy, Kompakt- oder Systemkamera oder DSLR) und wie viel du von den Fotografiegrundlagen weißt, Stefanie wird dir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es hat Spaß gemacht und ich habe das Fotografieren von Blumen für mich auf eine neue, kreative Art und Weise entdeckt.

Da dies mein erster Photowalk war, kann ich keine Vergleiche zu anderen ziehen. Aber bei einer so kleinen Gruppe lernt man sich schneller kennen. Das ist schon mal sehr positiv. Einige Teilnehmerinnen waren schon mehrmals bei Stefanies Photowalks dabei und ich spürte sofort deren Vertrautheit untereinander. Wir waren eine sehr harmonische kleine Fotogruppe.

Für einen kleinen Unkostenbeitrag von zehn Euro verbringt man mit Stefanie ca. zwei Stunden vor Ort beim Fotografieren und danach geht es noch in ein Café zum Ratschen. Wenn ich bedenke, wie viel zeitlicher Aufwand dahinter steckt (Stefanie bereitet sich vor, sucht ein Thema und einen passenden Ort, entwirft ein Handout und verbringt ungefähr vier Stunden mit uns), sind diese zehn Euro wirklich jeden Cent wert. Ich bin mit einem positiven Gefühl, neuen Erkenntnissen und schönen Fotos wieder nach Hause gegangen. Es war ein schöner Fotosonntag und wir blieben trotz Gewitterwarnung für diesen Tag von Regen verschont.

DSC09081

Warum du also unbedingt an einem Photowalk teilnehmen solltest

Ich bin begeistert von meinem ersten Photowalk und habe mich auch schon für den nächsten Photowalk bei Stefanie angemeldet.

Wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich nicht gedacht, dass es mir so viel Freude machen würde, Blümchen zu fotografieren. Mit Blumen fängt wohl jeder in der Fotografie an und ich habe schon lange keine Blumen mehr als Motiv gewählt, weil ich mir dachte, dass ich mir diese Fotos nie wieder anschaue. Aber die Fotos von dem Walk gefallen mir alle sehr gut. Eine Auswahl aus den vielen Bildern zu treffen war gar nicht so einfach.

  • Bei diesem Walk habe ich gelernt, dass auch etwas Unscheinbares, Alltägliches oder auf den ersten Blick für dich persönlich Uninteressantes spannend und schön sein kann. Du musst nur genau hinsehen und beobachten, mit Perspektiven spielen und Neues ausprobieren (wie zum Beispiel sich mal mitten in so eine Wiese reinzusetzen).

Ich habe einen tollen Ort entdeckt, an dem ich bestimmt nie hingekommen wäre.

  • Wenn ich jetzt eine Wildblumenwiese sehe, erinnere ich mich an den netten Nachmittag mit Stefanie und den anderen vier Teilnehmerinnen.

Du kannst von einem Photowalk nur profitieren.

  • Du lernst durch den Austausch in der Gruppe oder mit den einzelnen immer etwas Neues dazu. Jede/r fotografiert anders und hat eine andere Herangehensweise. So kannst du wertvolles Zusatzwissen für dich mit nach Hause nehmen.

Sei unvoreingenommen was das Thema angeht.

  • Auch wenn dich das Thema des Photowalks im ersten Moment nicht vom Hocker haut, versuch es einfach mal. Ich wette, es wird eine wertvolle Erfahrung sein und du wirst das Thema des Walks in einem ganz anderen Licht betrachten und neue Ideen und Herangehensweisen entwickeln.

Der wichtigste und entscheidendste Punkt:

  • Photowalks sind in der Regel sehr kostengünstig bzw. kostenlos, aber haben einen großen Aha-Effekt. Das Gelernte oder Gesehene geht in dein Wissensrepertoire über.

Schau mal, welche Photowalks bei dir in deiner Stadt oder näheren Umgebung angeboten werden oder verabrede dich mit Freunden, die auch gerne fotografieren, zu einem ganz eigenen Photowalk.

Poste in die Kommentare, welche Photowalks es bei dir gibt oder an welchen du schon teilgenommen hast. Welche Erfahrungen hast du gemacht?

6 Gedanken zu „Warum du unbedingt an einem Photowalk teilnehmen solltest

  1. Hallo, sehr schöner Artikel. Ich würde so etwas gerne bei mir auch mal anbieten. Aber mir fehlt noch die Erfahrung von solchen walks. Können wir uns vielleicht mal ab dem 10.07. unterhalten?
    Liebe Grüße,
    Christiane

    • Liebe Christiane,
      das ist eine schöne Idee mit der ich mich derzeit auch beschäftige. Mach das auf jeden Fall. Ich selbst habe ja noch keinen Photowalk für andere angeboten, aber am besten startest du mal mit ein paar „Versuchskaninchen“, wie zum Beispiel Freunde, Verwandte, Bekannte und machst einen Probelauf. Dann siehst du, ob dein Konzept funktioniert, wo du nachbessern kannst, was anders laufen sollte. Du kannst mir gerne eine persönliche Nachricht mit deinen Fragen an meine E-Mailadresse schicken und dann können wir auch mal telefonieren.
      Viele Grüße
      Aleksandra

  2. Mmmhhh, Erfahrungen mit Photowalks? Ja, hatte ich vor kurzem in München! War richtig genial ;-)))) Im Ernst: Die Bilder sind toll. Du hast ja bei unserem Treffen schon geschwärmt… Und ich kann es wirklich nur jedem empfehlen: Es lohnt sich total mal mit Gleichgesinnten loszuziehen. Wenn dann noch die Chemie stimmt, kann es nur ein genialer Tag werden… Und wer lernt schon jemals aus?? 😉

    • Lieber Markus,
      das war wirklich ein genialer Tag. Danke, dass du den Weg auf dich genommen hast. Das nächste Mal zeigst du mir das schöne Stuttgart. Und dann schauen wir mal, was wir bei unserem nächsten gemeinsamen Walk noch alles lernen können 🙂
      Liebe Grüße
      Aleksandra

  3. Liebe Aleksandra, wunderbare Zusammenfassung meines eigenen, ganz frischen Eindrucks von diesem Wochenende: Stefanie macht das so liebevoll, nimmt sich Zeit, erklärt, findet Antworten auf jede Frage. Und vermittelt jedem das Gefühl „du kannst das“. Mein wichtigstes Learning: verändere die Perspektive, geh einen Schritt weiter, als du gehen wolltest, dann machst du DAS Bild. Und nicht das Motiv muss sich ändern, sondern der Fotograf sollte seine Perspektive wechseln – um das Beste aus dem Motiv herauszuholen. Danke für die schöne Zusammenfassung, ich werd gerne wieder bei einem Photowalk dabeisein. Liebe Grüße von Doris

    • Liebe Doris,
      freut mich, dass dir der Beitrag gefällt. Wird es auf deinem Blog auch eine Zusammenfassung zu dem Photowalk vom Sonntag geben? Ich hatte mich auch für diesen Walk gemeldet, aber das Interesse war einfach zu groß. Du warst also eine der Glücklichen, die teilgenommen hat 🙂
      Liebe Grüße
      Aleksandra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.