Es liegt nicht an dir, es liegt an mir…

Wie du die Beziehung zu deiner Kamera retten kannst, wenn sie eigentlich schon tot ist oder wie du dafür sorgst, dass es mit deiner neuen Kamera besser läuft als mit der vorherigen.

Es ist aus und vorbei zwischen euch. Es hat nicht sollen sein. Du hast Geld in deine Kamera investiert und nichts als Frust dafür bekommen. Du hast erwartet, dass sie tolle atemberaubende Fotos macht, aber – die Bilder waren verwackelt, unscharf, zu dunkel, zu hell oder zu verrauscht. Du hast sie einfach nie verstanden. Wenn dich deine Freunde nun fragen, wo deine teure Kamera sei, antwortest du:

„Sie hat so viel gekostet, aber sie machte einfach keine guten Fotos.“

„Sie war zu kompliziert. Ich wollte doch nur Fotos machen, aber sie hat sich immer quergestellt.“

„Die ist kaputt. Mit der stimmt was nicht.“

„Der Verkäufer hat mir da was Falsches angedreht.“

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man sehr gerne der Technik oder dem Gerät die Schuld gibt, wenn das Resultat nicht den Vorstellungen entspricht. Es ist ja so einfach, von dem Ding kommt keine Widerrede. Du, liebe Kamera, bist schuld. Punkt. Aus. Ende.

Vielleicht tut die Wahrheit weh, aber es liegt tatsächlich an dir.

Du bist der Beziehungskiller in dieser Mensch-Kamera-Beziehung.

Doch das kannst du ändern. Ich habe dir hier ein paar Möglichkeiten zusammengeschrieben.

Lerne Deine Kamera richtig, richtig gut kennen!

Hallo, ich bin die Aleksandra. Und wer bist du?

Hallo, ich bin die Sony Alpha 6000.

Schön, Dich kennenzulernen.

An diesem Punkt entscheidet sich, ob sich deine Beziehung zur Kamera vertieft oder nicht. Nur du bestimmst, ob ihr euch näher kennenlernt oder nur oberflächliche Bekannte bleibt. Wer nur Smalltalk mit seiner Kamera führt, der bekommt am Ende solche Fotos:

So sieht es aus, wenn du deine Kamera nicht verstehst.

So sieht es aus, wenn du deine Kamera nicht verstehst.

Lies dir die Bedienungsanleitung durch

Ich weiß, die Bedienungsanleitung ist trocken. Aber trotzdem solltest du dir nach dem Kauf ein paar Stunden Zeit nehmen, das Menü der Kamera anwählen und dir die Begriffe anschauen und verstehen, was sie bedeuten. Wo findest du was? Was verstellst du, wenn du die Bildkontrolle auf „Aus“ einstellst? Wie kannst du die Sprache einstellen? Wo kannst du die aufgenommenen Bilder auf dem Display anschauen? Was bedeuten die ganzen Funktionstasten und kannst du sie nach deinem eigenen Belieben umkonfigurieren?

Bedienungsanleitung online aufrufen

Die Bedienungsanleitungen der digitalen Kameras werden mit aller Wahrscheinlichkeit auch online zu finden sein. Neben dem Handbuch zum Download bieten die meisten Hersteller auch

  • Videos,
  • Tutorials,
  • Anleitungen, und
  • Zubehörempfehlungen

für deine Kamera an. Außerdem kannst du dich dem Forum oder der Community anschließen, wenn es eine solche gibt. Das alles findest du an einem Ort. Denn die Hersteller haben auch verstanden, dass die Bedienungsanleitung langweilig ist und es bessere Wege gibt, seine neue Kamera kennenzulernen. Falls du den Link zur Support-Seite deiner Kamera nicht kennst, verwende für die Suche folgende Stichwörter:

„(Name deiner Kamera) support“.

Hier findest du fünf Beispiele für Support-Seiten verschiedener Kamerahersteller. Da ich eine Sony Alpha 6000 habe, werden sich im weiteren Beitrag viele Beispiele auch auf diese Kamera beziehen:

Sony Alpha 6000 Support-Seite, Canon, Olympus und Fuji.

Auf der Nikon-Supportseite bin ich kurz hängen geblieben, denn die hat mein Interesse geweckt. Nikon hat „Digitutoren“ und verspricht, dass sie mit Videos unterhaltsam die Beherrschung der jeweiligen Kamera vermitteln. Hast du eine Nikon-Kamera? Schau dich mal bei den Digitutoren um und schreib mir einen Kommentar, ob dir die Videos gefallen und weitergeholfen haben.

Welche Möglichkeiten hast du noch, wenn du Bedienungsanleitungen hasst?

Videos

Gib auf YouTube den Namen Deiner Kamera ein und du bekommst als Ergebnis Produkt-Reviews, Videos zur Verwendung oder Videos, die mit deiner Kamera aufgenommen wurden.

Hast du eine ältere Kamera und denkst dir: „YouTube ist ja nicht so alt. Was ist, wenn ich eine ältere Kamera habe?“ Ich habe einfach mal „Kodak Instamatic 155“ eingeben – das war die erste Kamera meiner Eltern. Sie wurde zwischen 1971 und 1977 gebaut. Falls es dich interessiert, Basisinfos zur Kodak Instamatic 155 kannst du auf dieser Seite nachschauen.

Ich bekam mehr Videos angezeigt, als ich erwartet hätte. Dieses habe ich als Beispiel ausgewählt, denn es weckt ganz viele Kindheitserinnerungen bei mir. Ich kann mich erinnern, wie meine Eltern diese Blitzwürfel ausgepackt und auf die Kamera gesteckt haben. Dann wurde losgeblitzt.

Blogs und Testberichte

Jemand, der einen Blogpost oder einen Testbericht über eine Kamera schreibt, hat sie getestet, mit ihr gearbeitet, kennt ihre Vorteile und Nachteile, Schwächen und Stärken bzw. der Tester weiß, was ihm persönlich an der Kamera gefällt oder auch nicht. Oft werden diese Berichte mit vielen Fotos belegt, sodass du auch siehst, was mit deiner Kamera möglich ist. Als Beispiel für eine Stichwortsuche kannst du

„(Name deiner Kamera) Blog“ oder „(Name deiner Kamera) Testbericht“

eingeben. Du wirst sicherlich viele Ergebnisse bekommen. Schau dich um und lies dir einen Blogbeitrag oder einen Testbericht durch. Bei der Suche nach einem Beitrag zu meiner Kamera bin auf diesen sehr ausführlichen und gut geschrieben Post von Anne und ihren Blog Neontrauma gestoßen.

Wenn du gerne auch mal was in englischer Sprache liest, kannst du dich auf Digital Photography School umschauen und den Namen deiner Kamera im Suchfeld eingeben.

Handbücher und E-Books

Wenn du Bedienungsanleitungen hasst, dann hören sich die Wörter Handbücher und E-Books vielleicht im ersten Moment genauso schlimm an. Aber auch hier wirst du Bücher finden, in denen der Autor mit Witz und Charme ein ganzes Handbuch oder E-Book über die Funktionalitäten deiner Kamera zusammengestellt hat und dir nützliche Tipps und Tricks mitgeben kann. Ein E-Book hat natürlich den Vorteil, dass du es überall mitnehmen und unterwegs nachschauen kannst, wenn du mal mit deiner Kamera nicht weiterkommst.

Du kannst zum Beispiel auf Amazon oder Hugendubel online nach einem Handbuch für deine Kamera suchen. Online hat den Vorteil, dass du dir die Kundenbewertungen durchlesen kannst. Dies hilft dir vielleicht bei der Kaufentscheidung des Buches. Oft gibt es auch die Möglichkeit ins Buch hineinzuschauen, also die ersten paar Seiten online aufzurufen und dir das Inhaltsverzeichnis und den Schreibstil schon mal durchzulesen. Du wirst schnell merken, ob dieses Buch oder E-Book etwas für dich ist.

Möchtest du das Buch lieber vorher schon mal in den Händen halten und sehen wie groß und wie schwer es ist, dann besuche einen Buchladen in dem auch Fachbücher verkauft werden oder das Fachgeschäft, in dem du deine Kamera gekauft hast.

So ein Handbuch ist nicht schlecht und sollte dir bei der neuen Kamera immer griffbereit zur Verfügung stehen.

Fazit

Mit diesen vier Möglichkeiten:

  • Bedienungsanleitung und Online-Support deiner Kamera,
  • YouTube-Videos,
  • Blogs und Testberichte,
  • E-Books oder Handbücher

sollte es dir möglich sein, deine Kamera zu verstehen.

Probiere alle Möglichkeiten aus oder nur die Punkte, die dir gefallen. Hauptsache, du beschäftigst dich mit deiner Kamera und lernst sie kennen.

4 Gedanken zu „Es liegt nicht an dir, es liegt an mir…

  1. Pingback: In den Frühling mit der Sony Alpha 6000 | Padaphant Abgeblendet

  2. Pingback: Ich stand mit Rolf Zuckowski auf der Bühne | Aleksandras Fotoblog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.