3 Tipps zum Fotografieren im Winter

Diese Tipps werden dir helfen, schöne Schneefotos zu fotografieren und deine Kamera heil durch den Winter zu bringen.

Dieses Wochenende war herrliches Winterwetter bei uns in Bayern. Strahlender Sonnenschein, schneebedeckte Landschaften und zugefrorene Seen. Ich war am Weßlinger See unterwegs und habe ein paar Fotos eingefangen. Schnee zu fotografieren bringt die Kamera an ihre Grenzen und man muss ein paar Tricks anwenden, um ihn schneeweiß ablichten zu können. Außerdem ist die Kälte eine weitere Herausforderung für die Kamera. Ich habe dir 3 Tipps zusammengeschrieben, worauf du beim Fotografieren im Winter achten solltest.

Schnee fotografieren

Wir alle kennen die Fotos winterlicher Landschaften – der Schnee ist strahlend weiß, der Himmel schön blau. Eines musst du jedoch wissen, damit du nicht frustriert bist, wenn du Schnee fotografierst: Deine Digitalkamera kann ohne deine Hilfe das Weiß nicht richtig weiß fotografieren. In den Kameramodi A (Av), S (Tv) oder P musst du in die Belichtungskorrektur gehen und diese auf +2 einstellen, um weißen Schnee zu erhalten. Im manuellen Modus ist die Belichtungskorrektur deaktiviert, da solltest du das Bild manuell überbelichten, entweder die Blende weiter öffnen oder die Belichtungszeit verlängern.

Warum dieser Aufwand? Das liegt daran, dass die Belichtungsmesser in der Kamera auf ein mittleres Grau geeicht sind. Eine große Schneefläche wird als stark beleuchtetes Objekt wahrgenommen und die Belichtungsmessung misst zu viel helle Fläche und liefert Einstellungen für ein unterbelichtetes Bild. Aus Sicht der Kamera ist es hell genug. Dadurch wird der Schnee jedoch grau oder bläulich, aber nicht weiß. Deswegen solltest du über die Belichtungskorrektur das Bild aufhellen.

So kannst du die Belichtung korrigieren:

  • Bei den Kameramodi A (Av), S (Tv) oder P in die Belichtungskorrektur gehen und diese auf +2 einstellen.
  • Fotografiere im manuellen Modus M. Im manuellen Modus kannst du überbelichten. Ob du überbelichtet has, kannst du zum Beispiel am Display oder am Histogramm kontrollieren.
  • Wenn deine Kamera ein Schnee- oder Strandmotivprogramm anbietet, dann fotografiere am Anfang mit diesem Programm und kontrolliere, ob der Schnee richtig schön weiß ist.

Willst du daheim im Warmen einen Test machen, nimm dir ein weißes Blatt Papier und schau es dir mal durch den Sucher oder auf dem Display an. Sieht es für dich weiß genug aus? Dann gehe jetzt in die Belichtungskorrektur und stelle sie höher ein, z.B. +1, +2 etc. Merkst du den Unterschied?

Autoweißabgleich

Viele Fotos mit großen Schneeflächen weisen einen Blau- oder Graustich auf. Du musst also den Weißabgleich anpassen.

Es gibt drei Möglichkeiten, diesen unerwünschten Farbstich zu umgehen:

  • Probiere verschiedene Weißabgleichsvarianten vor dem Auslösen aus, wie zum Beispiel Tageslicht, Schatten, etc. Schau einfach mal, ob dir das Bild in der Pre-View gefällt und ob da noch ein Blaustich zu erkennen ist.
  • Fortgeschrittene Fotografen können den Weißabgleich auch manuell einstellen.
  • Lass den Weißabgleich auf Automatisch und fotografiere in RAW. Du kannst in deinem Bildbearbeitungsprogramm den Weißabgleich ändern und einen Farbstich korrigieren.

Deine Kamera und die Kälte

Die Kälte stellt die Kamera und den Akku vor einige Herausforderungen.

Problem 1: Der Akku verliert schneller an Energie.

Wenn du dich richtig gut angezogen hast und für eine längere Fotosession bereit bist, dann solltest du auch einen oder mehrere Reserveakkus dabei haben, da durch die kalten Temperaturen die Energie des Akkus schneller verbraucht wird. Diesen Reserveakku solltest du z.B. in deiner Hosentasche tragen, sodass er durch die Körperwärme nicht auskühlt.

Ein weiterer Tipp: Trage die Kamera unter deiner Jacke, wenn du nicht fotografierst. So kühlt sie ebenfalls nicht so schnell aus und der Akku verbraucht sich langsamer.

Problem 2: Kalte und warme Luft.

Wenn du einige Zeit in der Kälte unterwegs warst und dann schnell wieder ins Warme willst, musst du darauf achten, dass sich deine Kamera langsam aufwärmt, damit sich kein Kondenswasser innerhalb der Kamera ansammelt und die Elektronik beschädigt. Das Problem ist, dass die warme Luft (der warme Raum etc.) auf kalte Luft (die kalte Kamera) trifft. Das führt dazu, dass die Kamera beschlägt und sich Feuchtigkeit auf ihr ablegt. Brillenträger kennen den Effekt, wenn sie vom Kalten ins Warme kommen.

Damit du noch lange Freude an deiner Kamera hast und im Winter trotzdem raus zum Fotografieren gehen kannst, beachte folgende Tipps (und lies dir vorher auf jeden Fall deine Gebrauchsanleitung durch, damit du weißt, welchen Temperaturen deine Kamera ausgesetzt werden darf!):

  • Packe deine Kamera in eine wasserdichte Plastiktüte, bevor du dich wieder ins Warme begibst, und nimm sie erst heraus, wenn sie wieder warm ist.
  • Wenn du eine Fototasche hast, die sehr gut abgedichtet ist, leg die Kamera in die Tasche zurück, bevor du einen warmen Raum betrittst, und mach die Tasche erst wieder auf, wenn sich die Kamera wieder aufgewärmt hat. Das kann schon ein Weilchen dauern, also wärme dich erst mal selbst richtig gut auf, bevor du darangehst, gleich die Fotos auf dem Computer betrachten zu wollen.

Beim Fotografieren in der Kälte kann dir außerdem passieren, dass das Objektiv durch deine eigene Atemluft beschlägt. Dann wird das Bild unscharf.

Wenn du merkst, dass dein Objektiv beschlagen ist, solltest du es auf keinen Fall abnehmen und ein neues drauf tun.

Denn dadurch kommt erst recht Kondenswasser in die Kamera und kann dann auch nicht mehr verdunsten.

Zusammenfassung

  • Schneefotos um 2 Blenden (Belichtungskorrektur +2) überbelichten.
  • Autoweißabgleich während des Fotografierens einstellen oder in RAW fotografieren und in der Bildbearbeitung korrigieren.
  • Reserveakkus in der Hosentasche tragen, damit sie nicht auskühlen.
  • Die Kamera unter der Jacke tragen, wenn du gerade nicht fotografierst.
  • Die Kamera in eine verschlussdichte Plastiktüte oder gut abgedichtete Fototasche legen, bevor du zurück in die Wärme gehst.
  • Bloß nicht das Objektiv wechseln, bloß weil es beschlagen ist! Warte, bis sich die Kamera wieder aufgewärmt hat.

Und zu guter Letzt präsentiere ich dir noch meine Ergebnisse:

Nun wünsche ich dir viel Spaß beim Fotografieren im Winter. Gut anziehen und raus zum Fotos machen gehen!

2 Gedanken zu „3 Tipps zum Fotografieren im Winter

  1. Hallo Aleksandra!
    Du hast viele gute Tipps hier und überhaupt sehr angenehm zu lesende Beiträge, wie z.B. auch Deinen Einstieg in die Fotografie mit der Casio Exilim EX-Z110.
    Mir – ich weiß, das gehört jetzt nicht zu Deinem Beitrag über das Fotografieren im Winter – ging es anno 2007 mit einer Fuji Finepix auch nicht anders. Ich habe aber den Schritt – die Kamera ist schuld! – gleich übersprungen und mir die Schuld gegeben. Dann wurden die Ergebnisse auch rasch besser.
    Lieben Gruß, Robert

    • Hallo Robert!
      Ich freue mich über deinen Kommentar und dass dir die Beiträge gefallen. Bei manchen kommt die Erkenntnis schneller als bei anderen 🙂
      Liebe Grüße, Aleksandra

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