Fotografieren bei Hitze – Teil 1 – Salzburg

Seit Anfang Juni ist der Sommer in Deutschland angekommen und beschenkt uns (kleine Unterbrechungen ausgenommen) mit viel Sonne und warmen Temperaturen. Für das Wochenende vom 6.-7. Juni hatten wir einen Städtetrip nach Salzburg geplant. Was habe ich mich gefreut, mal wieder eine andere Stadt zu sehen und zu erkunden. Salzburg ist von uns bloß 164 km entfernt, aber erst jetzt kamen wir dazu, Mozarts Geburtsstadt zu besuchen. Mein Ziel war, so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln und diese auf ganz vielen Fotos festzuhalten. Ich rechnete jedoch nicht damit, dass mir die Hitze in die Quere kommen könnte.

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Vor dem Städtetripp

Ich habe daheim das Buch The New York Times, 36 Hours: 125 Weekends in Europe und dort findet sich auch ein Eintrag zu Salzburg. Dieses Buch ist super, um sich für einen Kurztrip einen Überblick zu verschaffen. Es empfahl uns einen Besuch im Café Tomaselli, das „1705 eröffnet wurde“, und „Cocktails auf dem Dach“ des Restaurants Steinterrasse mit einem Blick auf die Altstadt. Mir war klar: Diese beiden Orte werden wir auf jeden Fall besuchen.

Tipp 1: Für das Restaurant Steinterrasse kannst du vorab deinen Tisch bequem auf der Internetseite reservieren. Schreibe unter „Besondere Wünsche“, wo du sitzen möchtest. Wir wollten einen direkten Blick auf die Salzach und die Altstadt und haben auch einen solchen Platz bekommen.

Außerdem besorgte ich mir aus meiner Stadtbibliothek einen handlichen Reiseführer, da das New York Times Buch sich nicht gut für die Handtasche eignet, und machte mich auch auf 22places.de schlau, welche Einträge zu Salzburg dort bereits zu finden sind. Ich fühlte mich gut vorbereitet und war motiviert alles zu fotografieren.

Tipp 2: Die Website Salzburg.Info ist ein umfangreicher Internetreiseführer für Salzburg mit wertvollen Zusammenfassungen zu Sehenwürdigkeiten, Anreise und Abfahrt, Kunst und Kultur, etc. Die Seite hat auch eine tolle Bildergalerie auf Flickr.

Ankunft

Wir kamen gegen 10:30 Uhr an unserem Hotel an, das ungefähr 15 Gehminuten von der Altstadt entfernt liegt. Von der Straße des Hotels hat man einen direkten Blick auf die Festung Hohensalzburg. Da wir vor 15 Uhr nicht auf unser Zimmer konnten, machten wir uns sehr bald auf in die Stadt. Natürlich zur heißesten Zeit des Tages.

Schattenhopping

Gleich neben unserem Hotel war die Bushaltestelle Wäschergasse. Dort warteten wir auf die Buslinie 5, die uns direkt ins Zentrum bis zum Mirabellplatz brachte. Es war 30°C warm und keine Wolke am Himmel. Im Mirabellgarten begann unser Schattenhopping, d.h. wir spazierten nur auf Wegen, die im Schatten lagen, denn in der Sonne konnte man es nicht lange aushalten.

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Der rechte Teil Salzburgs – Mirabellgarten und Mozarts Wohnhaus

Die Salzach trennt die Stadt in einen linken und rechten Teil und wir starteten unsere Besichtigung rechts des Flusses. Als wir ankamen, suchten wir uns erst einmal eine Bank im Schatten des Kurparks neben dem Salzburg Congress. Das ist der nördliche Teil des Mirabellgartens. Von dort aus umrundeten wir den Rosenhügel, kamen am Paracelsus-Bad und -Denkmal vorbei, sahen Hochzeitspaare, die Fotos im Zwerglgarten machten, und landeten in einer Hochzeitsgesellschaft am Eingang des Schlosses. Im Schloss Mirabell kann man standesamtlich heiraten und auch im Park einen Sektempfang ausrichteten.

Hochzeitspaar

Von der Mitte des Gartens aus hat man einen tollen Blick auf die Festung Hohensalzburg.

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Wir schlugen uns weiter durch zum südlichen Teil des Gartens und standen dann am Markartplatz, wo die Familie Mozart eine Wohnung hatte. Der rechte Teil Salzburgs hat neben diesen Sehenswürdigkeiten natürlich noch viel mehr zu bieten. Leider sind wir nicht dazu gekommen, diese zu erkunden.

Der linke Teil Salzburgs – die Altstadt

Vom Markartplatz folgten wir der Masse über den Markartsteg auf die linke Seite von Salzburg, der Altstadt. Wir landeten in der Griesgasse und über eine enge Passage auf der Getreidegasse, die Einkaufspassage und Schmankerlgasse Salzburgs. Hier war es erträglich, denn die Häuser sind so hoch, dass wir im Schatten wanderten.

Getreidegasse mit Blick auf den Mönchsberg-Aufzug

Getreidegasse mit Blick auf den Mönchsberg-Aufzug

Wir kamen vorbei an Mozarts Geburtshaus, betrachteten die Schaufenster und nahmen dann im Café Tomaselli am Alten Markt Platz. Zur Abkühlung bestellten wir uns einen großen Eisbecher und Eiskaffee und dann ging es weiter über den Residenzplatz zum Mozartplatz. Dort kauften wir auch gleich unsere Souvenirs, damit wir sie am Abend nicht mit uns rumschleppen müssen. Wie sich herausstellte, war das eine weise Entscheidung, denn wir wussten nicht, dass in Salzburg die Geschäfte am Samstag bereits um 17 Uhr schließen.

[bctt tweet=“Tipp 3: Shopping und Souvenirkauf – Erkundige dich über die städte- und landestypischen Ladenöffnungszeiten.“]

Alter Markt und Café Tomaselli

Über den Mozartplatz gingen wir zum Rudolfskai, Haltestelle Mozartsteg, wo wir den Bus zurück ins Hotel nehmen wollten. Während wir warteten, bogen mehrere Fiaker vom Rudolfskai auf dem Weg zum Residenzplatz hier ab. Auch auf diese Weise lässt sich Salzburg erkunden.

Fiaker

Wir wollten uns jedoch nur noch von der Hitze erholen. Es war tatsächlich schon 15 Uhr, als wir wieder im Hotel angekommen waren. Wir waren platt und hielten eine Siesta ab.

Der Abend in Salzburg

Gegen 18 Uhr begaben wir uns ins Hotelrestaurant für eine kleine Stärkung und machten uns auf in die Stadt, in der nun alle Geschäfte geschlossen hatten. Ein ungewohntes Bild für uns Münchner, da bei uns die Läden am Samstag bis 20 Uhr geöffnet sind. Wir spazierten auf der rechten Seite der Salzach von der Haltestelle Mozartsteg den Giselakai entlang und schlugen dann in die Linzer Gasse ein, um ein bisschen zu schlendern, bevor es um 20 Uhr auf die Steinterrasse ging.

Das Hotel Stein ist ein stylisches Hotel und die Terrasse hält, was sie verspricht. Hier verbrachten wir einen schönen aber warmen Sommerabend bei gutem Essen und Trinken. Wir beobachteten, wie sich Salzburg vom Tag in die Nacht wandelte, sahen Blitze in der Ferne und Schattenspiele auf dem Museum der Moderne. Der Blick auf die Altstadt war phänomenal. Wir hofften auf die vom Wetterdienst versprochene Abkühlung für Sonntag auf 24°C.

Blick auf die Altstadt vom Restaurant Steinterrasse

Den Rückweg traten wir zu Fuß an. Über die Staatsbrücke gelangten wir auf die linke Seite und waren beim Rathaus. Wir nahmen in etwa den gleichen Weg wie am Nachmittag über den Alten Markt und Residenzplatz; nur diesmal schlugen wir in das Kaiviertel ein. Dort gelangten wir in den Trubel des zwei Tage dauernden Kaiviertelfest – Motto: „In 48 Stunden um die Welt“, wo Kulinarisches und Musik aus allen Ecken der Welt präsentiert, geschmeckt und gehört werden konnten.

Servus Salzburg

Am nächsten Morgen merkten wir, dass das Gewitter und die Abkühlung nicht bis nach Salzburg gekommen waren. Bis wir in Ruhe gefrühstückt und ausgecheckt hatten, war es bereits 11 Uhr und heiß, heiß, heiß.

Auf unserer Besichtigungsliste standen noch: Die Festung Hohensalzburg und von dort aus eine Wanderung zum Museum der Moderne, aber das wollten wir uns bei der Hitze nicht antun. Es musste ein Alternativplan her. Da wir schon immer mal zum Königssee wollten und der glücklicherweise nur 25 km von Salzburg entfernt liegt, packten wir unsere Sachen und sagten: „Servus Salzburg, wir kommen wieder, wenn es nicht so heiß ist.“

[bctt tweet=“Obwohl Salzburg etwas weniger als 150.000 Einwohner hat, hat es gefühlt genau so viele Sehenswürdigkeiten.“] Leider konnten wir diese schöne Stadt nicht genau kennen lernen. Es war viel zu heiß für eine Stadtbesichtigung und mein fotografisches Ziel konnte ich auch nicht erfüllen; ich habe zu wenig Fotos gemacht.

Dieses Wochenende hat mir klar gemacht, dass ich unter Hitzeeinfluss nicht gut funktioniere und fotografiere. Ich bin zwar mit offenen Augen durch die Straßen Salzburgs gegangen, aber ich habe viel zu selten den Auslöser gedrückt. Am Königsee hat sich das dann wieder gebessert. Nächsten Montag zeige ich dir in Teil II meine Fotos von diesem traumhaft schönen Alpensee.

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